Ein Wochenende in Dresden

Roadtrip

Auf unserem Roadtrip von Stuttgart über Nürnberg (4h Aufenthalt) nach Sebnitz in der Sächsischen Schweiz (3 Nächte) bildet Dresden nun mit 2 Übernachtungen den letzten Stop. Ein schöner Abschluss unseres Kurzurlaubs gemischt aus Städtereise und Wanderurlaub in Deutschland.

Unterkunft

Die Lage und Ausstattung des Hotels “Suitess” war ohne Zweifel eine der besten, die wir bisher erleben durften. Direkt an der Frauenkirche gelegen sind die Appartements der perfekte Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Erfreulicherweise befinden sich 90 % der Sehenswürdigkeiten direkt vor dem Hotel oder sind in 5 Minuten bequem zu Fuß erreichbar. Die Appartements sind sehr gepflegt und sowohl die Verarbeitung als auch die Qualität der Innenausstattung sucht ihresgleichen.

Empfohlene Reisedauer: 2-3 Tage

Hier geht’s zum Hotel Suitess auf booking.com**

Geschichte

Bereits 1760 wurde Dresden im 7-jährigen Krieg zerstört. Darauf folgten zwei Brände, die ebenfalls große Teile der Stadt zerstörten. Wer nun jedoch denkt die schwarze Färbung der Gebäude sei rußbedingt, der irrt, denn der Grund dafür ist das Hauptbaumatrial der historischen Gebäude: Elbsandstein. Die im Stein enthaltenen Mineralien oxidieren und färben den Stein über eine Dauer von circa 80 Jahren schwarz. Diese Färbung ist also natürlich bedingt und verleiht dem Antlitz der Gebäude auf ganz natürliche Weise einen besonderen historischen Charme. Wer genau hinsieht kann die Färbung der wiederverwendeten Originalsteine entdecken, welche zum Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg verwendet wurden.

Frauenkirche_Dresden

Eine Stadtführung Sehenswürdigkeiten in Dresden

Stadtführung

Ich habe dir hier eine Route mit Sehenswürdigkeiten erstellt. So kannst du diese Punkt für Punkt ablaufen und einen kleinen Geschichtsauszug zu den jeweiligen Gebäuden nachlesen oder dich einfach vorab informieren.

Ich empfehle dir auf jeden Fall eine Stadtführung vor Ort zu buchen, da dies nur einen kleinen Auszug an Informationen darstellt.

Wir starten an der Lutherstatue vor der Frauenkirche und spazieren zum ersten Stop: dem Stallhof.

Ich wünsche dir viel Spaß und würde mich über einen Kommentar am Ende der Website sehr freuen 🙂

Den Link zur Route findest du hier.

Der Stallhof

1586 erbaut wurde der Stallhof im 2. Weltkrieg leider weitestgehend zerstört, jedoch originalgetreu wiederaufgebaut. Interessanterweise zählt erzu den am besten erhaltenen Tournierplätzen weltweit. Die Reiter wurden in ihrer schweren Rüstung damals mit Flaschenzügen auf die Pferde gesetzt, um gegeneinander anzutreten. Ab dem 17. Jahrhundert wurde aufgrund von Todesfällen der Konfrontationskampf abgeschafft und durch Geschicklichkeitsaufgaben, wie das Treffen von Ringen ersetzt.

Nächster Halt: der Fürstenzug.

Stallhof Dresden
Fuerstenzug_Dresden

Der Fürstenzug

Die Rückwand des Stallhofs zeigt mit 35 Fürsten den Fürstenzug Sachsens. Dieser wurde von Wilhelm Walter über 13 Jahren entworfen und gezeichnet. Aufgrund der Kurzlebigkeit der damals eingesetzten Kratzputztechnik wurde der Fürstenzug Anfang des 19. Jahrunderts auf Meissner Porzellan Fliesen gebrannt und angebracht. Nahezu unglaublich scheint, dass dieses Bild an einer Außenfassade bestehend aus 23.000 Fliesen eines der wenigen Dinge ist, die nicht durch den Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 zerstört wurde. Auf einer Fläche von 102 x 10 Meter ist es das größte Porzellanwandbild der Welt. Besonderes Augenmerk solltet ihr auf das Bild August des Starken 1694-1733 legen. Dieser hatte 12 Mätressen, 8 Kinder und war außenpolitisch gelinde gesagt ein Disaster. Innenpolitisch war er jedoch, bedingt durch seine Liebe zu Venedig, für den Bau einer Großzahl der historischen Gebäude Sachsens verantwortlich. Während seiner Regentschaft brachte er Sachsen zur damaligen Blüte und Wohlstand. 

Dresdner Katholische Hofkirche 

Der Großteil Sachsens war zum damaligen Zeitpunkt historisch bedingt protestantisch. Am 01.06.1697 konvertierte August der Starke jedoch zum katholischen Glauben, um von der katholischen Kirche als König von Polen zugelassen zu werden. Üblicherweise bestimmte damals der Herrscher den Glauben seiner Untertanen, da August allerdings keinen Bürgerkrieg riskieren wollte, ließ er es den Sachsen frei ihren Glauben selbst zu wählen. Der Großteil blieb protestantisch, weshalb die große neu gebaute katholische Hofkirche damals weitestgehend leer blieb. Die Bauzeit unter dem italienischen Architekt Gaetano Chiaveri betrug 10 Jahre. 

Hofkirche_Dresden

Semperoper

Ursprünglich befand sich an dieser Stelle das italienische Viertel, das durch die italienischen Bauarbeiter der katholischen Hofkirche gegründet wurde. Die Dresdner Bauarbeiter, alles Protestanten, weigerten sich nämlich eine katholische Kirche zu bauen. Das Viertel wurde nach dem Bau der Hofkirche kurzerhand abgerissen, um Platz für die Semperoper zu schaffen. Gottfried Semper beendete die Bauarbeiten mit der Einweihung im Jahr 1841. Bei Wartungsarbeiten am gasbetriebenen Hauptleuchter missfiel einem Lehrling der Gasgeruch und beschloss deshalb eine Duftkerze zu entzünden. Schlechte Idee, denn daraufhin brannte das Theater 1869 komplett ab. Der Sohn Gottfried Sempers, Manfred Semper, baute 1871 das Theater nach den Plänen seines Vaters wieder auf. 

Der Wiederaufbau der Oper nach dem 2. Weltkrieg dauerte von 1976 bis 1985. Die Wiedereröffneung wurde bewusst auf den 13. Februar 1985 gelegt – genau 40 Jahre nach dem Bombenangriff. 

Semperoper

Dresdner Residenzschloss

Die Grundsteinlegung des Residenzschlosses erfolgte bereits im 13. Jahrhundert. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fassade vereinheitlicht, da bis dahin viele verschiedene gotische und barocke Baustile aufgrund der architektonischen Stilentwicklung gemischt worden waren. Der Wiederaufbau erfolgte bereits zu DDR Zeiten von 1990 bis 2007, jedoch ist das Gebäude bis heute noch nicht vollständig restauriert. Das Ende der Wiederaufbauarbeiten ist im Jahr 2022 geplant. Im Erdgeschoss befindet sich das Historische Grüne Gewölbe. Besondere Aufmerksamkeit erlangte es durch den bis heute unaufgeklärten Raub im November 2019.

Residenzschloss_Dresden

Grünes Gewölbe

Das Historische Grüne Gewölbe besteht aus mehreren Schatzkammerräumen im Erdgeschoss des Residenzschlosses. Die 9 aufeinanderfolgenden Räume mit unterschiedlichen Themen beherbergen den Schatz der Sächsischen Kurfürsten. Zu den hier gezeigten Gegenständen gehören verschiedene Trinkgefäße und Schmuck aus Bergkristall, vergoldetem Silber, Elfenbein und Perlmutt. 

  • Eintritt im Historischen Grünen Gewölbe liegt bei 12 € p.P.
  • Audioguide inklusive

Zwinger

Die Namensgebung des Zwingers liegt im Baugrund begründet. Dieser befindet sich zwischen den ehemaligen beiden Stadtmauern und der Bereich zwischen 2 Stadtmauern wird Zwinger genannt. Richtig gehört – es gab ursprünglich zwei parallel zueinander verlaufende Ringmauern um die Stadt. Mit der Weiterentwicklung der Kriegsführung und aus Platzgründen wurde die innenliegende Mauer nachträglich entfernt. Der innenliegende Bereich wurde mit barocken Gebäuden ausgestaltet, die beispielsweise als Orangerie genutzt wurden. Der Baubeginn 1711 fand durch den Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann statt. Pöppelmann wurde zu Studienzwecken auf Kosten August des Starken durch ganz Europa entsendet. Der Bau des Zwingers dauerte bis 1729. 

Zwinger_Dresden

Frauenkirche 

Die Frauenkriche kann man wirklich als das Wahrzeichen Dresdens bezeichnen. Die Grundsteinlegung der weltbekannten Frauenkirche war im Jahr 1732 und der Bau konnte nach nur 10 Jahren Bauzeit fertig gestellt werden. Sie ist eine protestantische Kirche und wurde durch eine Bürgerinitiative errichtet. Weshalb der Bau nicht von einem Herrscher beauftragt wurde lag an einer politischen Strategie. August der Starke konnte als katholischer König von Polen schlecht eine protestantische Kirche bauen (mehr dazu siehe oben unter: Katholische Hofkirche).

Die 7 Ausgänge der Kirche symbolisieren das Verkünden der protestantischen Botschaft in die ganze Welt. Die Zahl 7 symbolisiert, entprechend der Bibel, die Vollständigkeit.

Die Frauenkirche wurde ursprünglich als Konzertkirche geplant, was den architektonischen Aufbau im Inneren erklärt.

  • Eintritt frei
  • Audioguide kostet extra

 

Der Neumarkt

Das Areal vor der Kirche wurde im 17. Jahrhundert von der Oberschicht Dresdens bewohnt. Später jedoch wanderte diese Schicht in den sogenannten “Speckgürtel” der Stadt nach Striesen (Blaues Wunder) ab. Begründet lag diese Abwanderung in dem damaligen Trend sich eine Villa in der ruhigeren Gegend von Dresden zu bauen. Auch heute befinden sich dort noch viele Villen – vorbeischauen lohnt sich. Siehe hierzu auch den “Restaurant Tipp – Luisenhof“.

 

Frauenkirche_Dresden

Der Geheimtipp Cafés und Restaurants in Dresden

Restaurant Tipp – Luisenhof

Hier erwartet euch ein gehobener Landgasthof mit einer wunderschönen Aussicht über Dresden. Die Speisen und Desserts sind Weltklasse also lasst euch einen Besuch hier nicht entgehen. Ein typisch sächsisches Dessert ist “Kalter Hund” (siehe Bild). Wir haben den Besuch des Gasthofs mit einer Fahrt mit der bekannten Schwebebahn verbunden.

Luisenhof Dresden

Kalter Hund

Café Tipp – Dresdner Kaffeestübchen

Weiter geht’s mit dem Verkosten der traditionellen Gerichte und Desserts. Fast schon Kultstatus hat das “Dresdner Kaffeestübchen” einen Steinwurf von der Frauenkirche entfernt. Es befindet sich etwas versteckt in einer Seitengasse.

  • Dresdner Gedeck bestehend aus: Eierlikör, Eierschecke und einer Tasse feinstem Filterkaffee
  • Preis 6,90€

Dresden Kaffeestübchen

Dresdner Kaffeestübchen

Café Tipp – Café in der Markthalle

Auf dem Weg von der Altstadt Richtung Norden in das Studentenviertel entlang der Hauptstraße befindet sich auf der rechten Seite die Markthalle. Dort erwartet euch eine weitere Möglichkeit einen kurzen Kaffee Stop einzulegen.

Dresdner Markthalle

Markthalle Dresden

Restaurant Tipp – Frühstücken bei Wilma Wunder

Sollte euch vor der Stadtführung der Magen knurren bietet sich ein Frühstücksstop bei Wilma Wunder direkt um die Ecke an. Von Müsli Bowls über Eierspeisen bis hin zu Pancakes bleiben hier keine Wünsche offen. Die neu eröffnete Restaurantkette mit ebenfalls einer Niederlassung in Stuttgart gehört zur Enchilada Gruppe.

Tolles Ambiente und netter Service. Kleines Manko: Die Portionen könnten etwas größer sein. 

Wilma Wunder in Dresden

DSC05858

Biergarten Tipp – Louisengarten

Hier genießen viele Einheimische ihr Feierabendbier bei einer Bratwurst oder gegrilltem Lachs unter freiem Himmel. Ein idyllischer kleiner Biergarten in der Dresdner Neustadt. Bierliebhaber sollten sich ein lokal gebrautes Bier wie beispielsweise das Elbhang nicht entgehen lassen. Bierverrückte können sich auch eine Bierexpedition bei der Hausbrauerei buchen. Aber auch für die Nicht-Bierfans warten leckere Getränke, wie z.B. die hausgemachte Erdbeerbowle.

  • Elbhang Rot (Klassisch Irish Red) aus der Hausbrauerei Schwingenheuer / Preis 4,50€
  • Gegrillter Lachst mit Feta und Tomaten 7,80€
  • Verschiedene Bratwürste gibt’s ab 3€

Obergärig.de Schwingenheuers BierHochKultur

Louisengarten auf Maps

Louisengarten

Frühstücks Tipp – Haferkater am Hauptbahnhof

Etwa 30 Minuten fußläufig von der Frauenkirche entfernt im Hauptbahnhofsgebäude findet ihr den Haferkater. Hier könnt ihr leckeres Porridge zum Mitnehmen oder zum vor Ort essen bestellen. Die Kette aus Berlin hat sich auf Porridge süß oder herzhaft spezialisiert und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet.

Café Haferkater

Solltet ihr einen Fahrradausflug entlang der Elbe geplant haben bietet es sich an diesen mit einem Besuch hier zu verbinden. Direkt am Hauptbahnhof gibt es viele SZ Leih-Bikes. Mehr Infos dazu gibt’ hier.

Haferkater_Bowls

Radtour an der Elbe

Für eine kleine Abwechslung von Museen und Shopping sorgt der traumhafte Elberadweg. Schnappt euch ein Bike (mehr Infos gibt’s hier) und radelt auf der einen Uferseite flussaufwärts beispielsweise zum Schloss Wackerbarth (40 Min). Wer noch nicht genug hat setzt die Route bis zur Albrechtsburg nach Meißen fort (1h). Wenn ihr genug habt überquert ihr einfach die Elbe an der nächsten Brücke und radelt auf der anderen Seite den traumhaften Elberadweg wieder zurück in die Stadt.

Schloss Wackerbarth

Nach 40 Minuten auf dem Elberadweg Richtung Meissen liegt der Ort Radebeul. Das heutige Staatsweingut mit angeschlossener Villa wurde von keinem geringeren als August dem Starken erbaut. Auf der treppenförmig angelegten Terasse könnt ihr bei klassischer 20er Jahre Musik und einem Glas Wein eine entspannte Pause von der Radtour einlegen.

Ein absoluter Geheimtipp! Also lasst euch einen Besuch auf dem traumhaft gelegenen Anwesen nicht entgehen.

  • Schloss_Wackenbarth_Rueckseite_3
  • Schloss_Wackenbarth_Rueckseite_4
  • Schloss_Wackenbarth
  • Schloss_Wackenbarth_Rückseite
  • Schloss_Wackenbarth_Rueckseite_2

Fahrradverleih in Dresden

Nextbike aus Leipzig bietet über seinen Partner SZbike super einfach Fahrräder zur Miete an (1€/30 Min). Ladet euch dazu die App “Nextbike” herunter, registriert euch mit eurer Handynummer, hinterlegt eine Bezahlungsmethode und los geht’s. Die App zeigt euch alle verfügbaren Fahrräder in eurer Umgebung an. 

  • Scannt den QR Code mit der Nextbike App hinten am Fahrrad ab und entsperrt das Bike. 
  • Solltet ihr eine Pause einlegen könnt ihr das Fahrrad “Parken” und verriegeln. Die Mietdauer wird während dem Parkvorgang fortgesetzt. 
  • Zur Abgabe könnt ihr das Rad in der grün markierten Flexzone (Dresdner Altstadt) abstellen und per App die Miete beenden. Möchtet ihr es außerhalb der Flexzone abstellen müsst ihr dazu eine SZbike Station aufsuchen, die in Dresden weit verbreitet sind. Diese werden euch ebenfalls in der App angezeigt. 
Kingsmag Fahrrad Tulum

Parken in Dresden

Parkplatz Schießgasse

Etwa 3 Minuten zu Fuß entfernt der Altstadt, befindet sich gegenüber der Polizeiwache ein großer öffentlicher Parkplatz. ddddddddddddddddddddddd

Tagespreis 6€ (3€ an Sonn- und Feiertagen)

 


Parken am Terrassenufer

Mit 10 Minuten zu Fuß etwas weiter von der Altstadt entfernt befindet sich entlang der Elbe die Terrassenuferstraße. Dort gibt es am Straßenrand öffentliche Parkplätze.

Tagespreis 3€ (an Sonn- und Feiertagen frei)